Fortbildung Schematherapie
Die Schematherapie wurde von Jeffrey Young in den 1990er Jahren in den USA zur Behandlung von Patient:innen mit Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Basierend auf den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie umfasst sie ein breites Spektrum an kognitiven Interventionen und erlebnis- und verhaltensorientierten Techniken. Wesentliche Erweiterung gegenüber der kognitiv-behavioralen Therapie stellten die Berücksichtigung des Einflusses der frühen Beziehungserfahrungen und Youngs Ansätze zur therapeutischen Beziehungsgestaltung dar. Das schematherapeutische Erklärungsmodell ist neurobiologisch und lerntheoretisch fundiert und bietet eine für Patient:innen leicht verständliche Grundlage der therapeutischen Arbeit. Mittlerweile findet sich Schematherapie Anwendung in der Behandlung einer Vielzahl von psychischen Störungsbildern und stellt auch eine wichtige Methode für die Selbsterfahrung dar.
Zielgruppe
Die Ausbildung richtet sich an Psycholog:innen, Ärzt:innen und Angehörige anderer psychosozialer Berufsgruppen mit fortgeschrittener (oder abgeschlossener) Therapieausbildung. Für Nichtmitglieder der ÖGVT sind Seminare ab 2026 in Planung, bei Interesse senden Sie uns gerne an Mail an office@oegvt.at, damit wir Sie ehestmöglich kontaktieren können, sobald die Termine feststehen.
Inhalte
Grundlagen der Schematherapie 1: Schemata und Modusmodell
Inhalte: Theoretischer Hintergrund der Schematherapie, Definition von Schemata, Schemadomänen, Bewältigungsstile, Definition von Modi, Modusmodell, Therapieziele in der Schematherapie, schematherapeutische Diagnostik
Literatur: Roedinger, E. (2018). Schematherapie. Grundlagen, Modell und Anwendung. (3. Aufl.). Paderborn: Schattauer.
Valente, M. (2021). Schematherapie: Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.
Young, J., Klosko, J., Weishaar, M. (2008). Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch. Paderborn: Junfermann.
Anrechnung: 14 EH (Ausbildung; psychotherapeutische Fortbildung); Anrechnung für eine ISST-Zertifizierung ab Status möglich
Grundlagen der Schematherapie 2: Therapeutische Beziehung, Imagination
Inhalte: Theoretische Vermittlung und Training erlebnisaktivierender Techniken: Stabilisierende und diagnostische Imaginationsübungen, Imagery Rescripting, Kurzimaginationen; Schematherapeutische Beziehungsgestaltung: Limited reparenting, empathische Konfrontation.
Zielgruppe: Dieses Seminar wendet sich an all jene KandidatInnen, die bereits die Einführung in die Schematherapie (Grundlagen der ST 1) absolviert haben oder nachweislich bei anderen Referent:innen die Grundlagen der ST erworben haben (Schemata, schematherapeutische Diagnostik, Modusmodell).
Anrechnung: 14 EH (Ausbildung; psychotherapeutische Fortbildung); Anrechnung für eine ISST-Zertifizierung ab Status möglich
Grundlagen der Schematherapie 3: Text in Arbeit
Grundlagen der Schematherapie 4: Text in Arbeit
Zertifizierung
Zertifizierung International Society of Schema Therapy (ISST)
Für die Zertifizierung als Schematherapeut:in bei der International Society of Schema Therapy (ISST) sind folgende zusätzliche Ausbildungsinhalte erfolderlich:
- 20 Einheiten schematherapeutische Einzelsupervision (mindestens über ein Jahr erstreckend); diese kann erst nach Eintragung in die Psychotherapeut:innenliste des Bundesministeriums begonnen werden
- 2 Falldokumentationen
- Videoaufzeichnung einer kompletten Therapiesitzung, welche von einer/einem unabhängigen
Trainer:in/Supervisor:in bewertet wird
Ausführliche Informationen zur Zertifizierung finden Sie auf der Website der ISST
Anrechenbarkeit der Seminare
ST1, ST2 und ST3 können bereits während des ÖGVT Fachspezifikums besucht werden, wobei zwei der Seminare auch als Theorieinhalte für das Fachspezifikum angerechnet werden.
ST4 ist eine Fortbildungsveranstaltung und kann nicht für das ÖGVT Fachspezifikum angerechnet werden.
Nächste Termine
Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen (Kinder-Curriculum) - Seminar findet ONLINE statt
11.12.2026
Leitung: Dr. Loose Christof
Schematherapie 2 - Arbeit mit Modi
20.11.2026
Leitung: Mag. Dr. Pintzinger Nina
Schematherapie 3 - Dyadisches Lernen im supervidierten Rollenspiel 21.10.&19.11.
21.10.2026
Leitung: Mag. Pramer Christine
Einführung in die Schematherapie 1
07.08.2026
Leitung: Mag. Dr. Pintzinger Nina
Literaturempfehlungen
- Arntz, A. & van Genderen, H.(2022).
Schematherapie bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. - Demmert, A., Faßbinder, E. (2021).
Therapietools Schematherapie in der Gruppe. Weinheim: Beltz. - Farell, J., Shaw, I. (2013).
Schematherapie in Gruppen. Weinheim: Beltz. - Faßbinder, E., Schweiger, U., Jacob, G. (2011).
Therapietools Schematherapie. Weinheim: Beltz. - Jacob, G., Arntz, A. (2015).
Schematherapie in der Praxis (2. Aufl.). Weinheim: Beltz. - Jacob, G., Arntz, A. (2022).
Schematherapie. Fortschritte der Psychotherapie – Band 53 (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe. - Jacob, G. & Seebauer. L. (Hrsg.) (2013).
Fallbuch Schematherapie. Weinheim: Beltz - Reusch, Y., Valente, M. (2015).
Störungsspezifische Schematherapie. Weinheim: Beltz. - Roedinger, E. (2018).
Schematherapie. Grundlagen, Modell und Anwendung. (3. Aufl.). Paderborn: Schattauer. - Valente, M. (2021).
Schematherapie: Ein Leitfaden für die Praxis. Stuttgart: Kohlhammer. - Van Vreeswijk, M., Broersen, J., Schurink, G.(2012).
Achtsamkeit und Schematherapie. Achtsamkeitsfördernde Techniken für Menschen mit Persönlichkeitsproblemen – Praxishandbuch. Lichtenau/Westf.: G.P. Probst. - Young, J., Klosko, J., Weishaar, M. (2008).
- Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch. Paderborn: Junfermann.